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(Deutsch) Gedanken zur Didaktik in unserem Golfunterricht


By Michel Monnard

Read a putt” width=”300″ height=”225″ />Nach so vielen Jahren Golfunterricht (23 Jahre), ist das „wie man einen Golfschwung macht“ kaum mehr ein Geheimnis. Aber wie wir mit Ihnen als Team zusammen arbeiten, dürfte für Sie fast wichtiger sein.

Grundsätzlich können Sie davon ausgehen, dass wir im Golfunterricht selbstkritisch mit uns selber umgehen. Ich frage mich jeden Tag, habe ich die richtig aufbereitete Information im richtigen Moment und in der Richtigen Form gegeben.

Deswegen hier ein paar Grundlagen, an die wir uns im Golfunterricht halten:

– Wir sind ein Team in welchem wir natürlich eine gewisse Führungsrolle inne haben, aber es ist für uns wichtig, dass wir zusammen mit Ihnen eine Strategie und Vorgaben erarbeiten. Unser Job als Lehrer ist es, Ihnen zu zeigen, dass Sie voran kommen und besser werden. Golfunterricht ist keine Einbahnstraße.

– Selbst-Lernen findet durch ausprobieren statt. Wir wollen einen Prozess unterstützen, bei dem wir die richtige Lösung für Ihr Gehirn und Ihren Körper finden. Im Golfunterricht wird es also oft heissen: versuche mal herauszufinden, wie Du das hinbekommst und was Du denken und tun musst, dass es für Dich klappt.

– Natürlich gibt es Momente, in denen wir sagen: „mach es so oder so“, aber in der Mehrheit stellen wir Situationen dar und versuchen dem Golfer mehr eine grobe Anleitung zu geben als uns in Details zu verlieren. Die Feinkorrekturen macht der Körper häufig selber, in der für ihn richtigen Form und Art.

– Oft stellen Golfer Fragen, die wir nicht direkt und spezifisch beantworten, sondern einen Weg suchen, dem Golfer zu zeigen, wie er die Lösung selber findet. Das selbständige Lösen von Situationen soll dem Golfer zeigen, wie er auch ohne uns eine Lösung finden kann. Wenn der Golfer die Lösung nicht findet, helfen wir natürlich nach.

– Golfunterricht ist wirklich oft mehr ein Moment zum geführten Ausprobieren. Einen perfekten Golfschwung zu finden ist eine komplizierte Aufgabe, die oft nicht mit den körperlichen Bedinungen einher geht. Dieses Ausprobieren macht viel Spass, vor allem wenn man es auf dem Golfplatz tun kann und so merkt welche Gedankenvorgänge notwendig sind. Denn da IST ein Unterschied zwischen Range und Golfplatz.

– Der Korrekturprozess läuft häufig über das Sammeln von wichtigem Feedback aus einzelnen Schwüngen ab. Dieses Feedback soll die Richtung für den Lernprozess definieren.

– Gute funktionale Grundkonzepte für einzelne Schläge oder Situationen sind immer der Start, sonst hält sich das Gehirn an falsche Vorgaben. Wer nicht weiss, wieso Bälle kurven machen, wird es schwierig haben, ungewollte Flugkurven zu korrigieren.

– Um auf dem Platz besser zu werden, werden wir manchmal nicht versuchen Fehler zu verbessern, sondern wir versuchen dem Golfer zu helfen, sein eigenes Potential häufiger und konstanter zu erreichen. Denn oft sind es keine technischen Schwungfehler, die die Probleme ausmachen.

– Heute weiss ich, dass der Lernprozess keine gerade Linie ist. Die „Leistungsabweichungen“ im Lernprozess und in der generellen selbst wahrgenommenen Leistung von einem Tag zum nächsten ist natürliche Unbeständigkeit. Wir merken, dass wir von Tag zu Tag ca. 30% hoch und runter gehen. Aber wie an der Börse ist der Gesamttrend für langfristige Verbesserung wichtiger als kurze Richtungswechsel.

– Früher sah ich Situationen, in denen es jemandem sehr schwer fiel eine dauerhafte Lösung zu erarbeiten, als Misserfolg an. Heute weiss ich, dass es einfach ein normaler Teil des Lernverhaltens des Körpers ist. Körper sucht eine Lösung, braucht aber einen Moment um alles zu verdauen. Cool bleiben, unterstützen, motivieren. Ein Arm um die Schulter ist häufig eine wichtige Massnahme in der Teambildung. Und wir sind ein Team.

– Das Ziel eines Schüler-orientierten und gehirn-verträglichen Unterrichts ist es, mit dem Schüler funktionale Lösungen anstatt Perfektion zu finden.

– Wenn wir Golflehrer wissen, wie das Gehirn Informationen aufarbeitet und wie sich der Lernprozess gestaltet, können wir die Golfwoche für unsere Gäste direkter gestalten. Die Auf-und-Abs können so verstanden und akzeptiert werden. Emotionale Einbindung wird geschehen, aber wir können besser damit umgehen und werden nicht von unseren Zielen abgelenkt.

 

Wir machen uns im Golfunterricht mehr Gedanken, als Sie vielleicht denken oder von außen wahrnehmen! Geduld ist in unserem Berufstand eine wichtige Fähigkeit, aber auch Selbstkritik und Menschenkenntnis. Wir sind ein Team und arbeiten zusammen mit Ihnen an Ihrem Golfspiel.

Willkommen!